Homeoffice

Temperatur entscheidet über Produktivität: 6 Tipps gegen Hitze im Homeoffice

Wir zeigen Ihnen, wie wichtig ein kühler Kopf beim Arbeiten ist und mit welchen Tipps Sie auch bei Hitze im Homeoffice produktiv und leistungsfähig bleiben.

Die Hitze macht Homeoffice für Sie zur Qual? Sie haben das Gefühl, nichts weiterzubringen und unproduktiv vor sich hin zu schwitzen? Kein Wunder, sind die negativen Auswirkungen von hohen Temperaturen auf die geistige Leistungsfähigkeit doch mehrfach dokumentiert. Dem deutschen Umwelt Bundesamt zufolge beeinflusst die Temperatur die Produktivität der gesamten Volkswirtschaft; Studien nehmen für Zeiten hoher Hitzebelastung in Mitteleuropa Produktivitätsabnahmen um 3 bis 12 Prozent an. Neben erhöhter Krankheitsanfälligkeit, ist es vor allem die abnehmende Konzentration, die zu Produktivitätseinbußen führt, indem sie die Fehler- und Unfallanfälligkeit steigert.

„Vermehrter Hitzestress ist eines der großen Risiken des zukünftigen Klimawandels; global und in Europa“, sagt Sven Kotlarski dem Tagesanzeiger. Der Wissenschaftler der MeteoSwiss untersuchte mit einem Forscherteam die Auswirkungen von Hitze auf die Produktivität bis zum Ende des Jahrhunderts. In der im Juni 2020 veröffentlichten Studie wird etwa für die – mit Österreich vergleichbare – Schweiz ein hitzebedingter Arbeitszeitausfall bis zu 25 Prozent prognostiziert.

Bei welcher Temperatur denken Frauen und Männer am besten?

Spannend ist beim Verhältnis von Temperatur und Produktivität unter anderem ein beobachtbarer Unterschied zwischen Männern und Frauen. Tom Y. Chang (USC Marshall School of Business der University of South California) und Agne Kajackaite (WZB Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung) haben in einem Experiment mit 543 Berliner Studierenden die Auswirkungen der Temperatur auf die geistige Leistung bei Männern und Frauen untersucht.

Dabei mussten die Probanden und Probandinnen möglichst viele Rechenaufgaben lösen und aus vorgegebenen Buchstaben möglichst viele verschiedene Wörter bilden. Zudem waren Fragen aus dem in der Psychologie bekannten Cognitive Reflection Test (CRT) zu beantwortet. Hierbei handelt es sich um Fragestellungen, die zu einer intuitiv richtig erscheinenden, aber faktisch falschen Antwort verleiten. (Beispielsweise die Aufgabenstellung: Ein Tischtennis-Schläger und ein Ball kosten zusammen 1,10 Euro. Der Schläger kostet dabei einen Euro mehr als der Ball. Wie viel kostet der Ball? Die meisten Menschen entscheiden sich intuitiv für die Antwort 10 Cent, die richtige Antwort ist allerdings 5 Cent.)

Die Wissenschaftler kontrollierten während des Experiments das Raumklima und setzten die Studierenden Temperaturen zwischen 16 und 33 Grad Celsius aus. Laut den Erkenntnissen des Experiments lieferten die Probandinnen mit steigender Raumtemperatur bessere Ergebnisse bei den Mathematikaufgaben sowie dem Bilden der Wörter. Nicht nur die Anzahl der gelösten Aufgaben, sondern auch deren Korrektheit stiegen mit der Temperatur an. Bei 33 Grad lösten die Probandinnen etwa 30 Prozent mehr Rechenbeispiele als bei 16 Grad.

Männer arbeiten bei kühleren Temperaturen produktiver

Demgegenüber stand das Ergebnis der männlichen Probanden, die bei kühleren Temperaturen produktiver waren. Erhöhte Raumtemperaturen wirkten sich negativ auf ihre Leistungen aus, wobei der negative Effekt nicht so stark ausgeprägt war, wie der positive bei den Frauen. Auf die Antworten der CRT-Fragen hatten die unterschiedlichen Raumtemperaturen keine signifikanten Auswirkungen. 

Dieses Experiment zeigt, wie wichtig eine optimal abgestimmte Raumtemperatur für uns Menschen ist. In einem Großraumbüro können die individuellen Bedürfnisse aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen noch nicht individuell bedient werden, im Homeoffice haben Sie es aber in der Hand, sich vor allem mithilfe modernster Klimageräte Ihre optimale Arbeitstemperatur zu schaffen. Oft helfen aber auch schon kleine Tricks, um ein Komplettüberhitzen Ihres Kopfes zu verhindern. 

6 Tipps gegen die Hitze im Homeoffice

• Klimaanlage

Die langfristige und komfortabelste Lösung ist eine Split-Klimaanlage, mit der Sie die Temperatur immer auf Ihr Wohlfühlniveau abstimmen können. Wie angenehm und befreiend das ist, beschreibt etwa Karin Graf-Kaplaner auf ihrem Blog. Für die Gründerin von Jubeltage ist Homeoffice Alltag, und lange war auch die enorme Hitze in ihrer Dachgeschosswohnung Alltag. „Zu den schlaflosen Nächten kam, dass ich mich an den heißen Tagen in meinem Homeoffice überhaupt nicht mehr richtig konzentrieren konnte und die hohen Temperaturen für mich total arbeitseinschränkend waren“, erinnert sie sich. Im Frühjahr 2018 traf Graf-Kaplaner dann die Entscheidung, eine Klimaanlage anzuschaffen, denn sie dachte sich: „Ich verbringe den Großteil meines Tages hier. Da sollte ich schon auf eine angenehme Arbeitsumgebung achten.“

 

Warum die zweifache Mutter lange – zu lange, wie sie schreibt – mit der Anschaffung gewartet hatte, lag an ihren Vorurteilen über Klimaanlagen, die sich allesamt zerstreuten. So berichtet Graf-Kaplaner auf ihrem Blog etwa über den unkomplizierten Einbau in ihre Mietwohnung und weitere Überraschungen bei Kosten, Geräuschpegel und Co.

• Frühschicht im Homeoffice

Im Morgengrauen ins Büro aufzubrechen erfordert ganz viel Überwindung. Fällt der Weg in die Arbeit weg, erscheint es aber gar nicht mehr so unrealistisch, schon ganz früh loszulegen. Immerhin ist es im Sommer weit vor 6 Uhr hell und zudem vergleichsweise erfrischend kühl. Bonus: Wer früher beginnt und etwas weiterbringt, kann – sofern es die Termine zulassen – früher Feierabend machen und sich ins Freibad verabschieden.

• Lüften und für Schatten sorgen

Wenn Sie dann schon so früh auf den Beinen sind, können Sie auch gleich kräftig lüften – und danach Vorhänge, Rollos etc. schließen. Sperren Sie die Sonne tagsüber so gut es geht aus, denn im Dunkeln ist gut munkeln und ohne helle Strahlen sinken die Hitzequalen.

• Fußbad für Abkühlung im Homeoffice

Die Beine während der Arbeit in eine Wanne oder einen Eimer mit kaltem Wasser stecken – würde im Büro nicht so gut ankommen. In Ihrem eigenen Reich aber ist dies eine der effektivsten Methoden, um für Abkühlung zu sorgen. Ultimativer Frischekick, versprochen.

• Feuchte Handtücher für kühle Temperaturen

Wie würden Ihre Kollegen Sie wohl ansehen, wenn Sie Handtücher mit ins Büro bringen und sie vor die Fenster hängen? Zuhause brauchen Sie sich darüber zum Glück keine Gedanken zu machen. Also Handtücher befeuchten, vor die leicht geöffneten Fenster hängen und auf möglichst viele kleine Windhauche hoffen, die dadurch zu erfrischenden Brisen werden.

• Coole Snacks für erfrischende Pausen

Ob Frozen Yoghurt, kühle Melonen, Smoothies oder selbst gemachter Eistee – füllen Sie Ihren Kühlschrank vor einem Arbeitstag mit sommerlichen Snacks auf. Im Gegensatz zum Büro müssen Sie weder teilen noch befürchten, die hitzeleidenden Kollegen würden Ihnen die coolen Köstlichkeiten stibitzen. Mehrere kleine Pausen, die gerade bei hohen Temperaturen wichtig sind, lassen sich so für Erfrischungen nutzen.

Homeoffice ist für viele Menschen eine der angenehmsten New-Work-Errungenschaften, aber nur, wenn die eigenen Wände nicht zur Sauna mutieren. Gerade durch die Erfahrungen im Zuge der Corona-Krise und das vermehrt eingesetzte Homeoffice haben Sie vielleicht bereits bemerkt, wie wichtig ein komfortabler Arbeitsplatz auch zuhause ist. Unsere Experten im Daikin Flagship-Store helfen Ihnen gerne dabei, ein angenehmes Arbeitsklima in Ihrem Homeoffice zu schaffen.

 

Ähnliche Artikel