Wärmepumpe oder Gasheizung
Entdecke den Vergleich von Installations- und Betriebskosten, Energieeffizienz und CO₂-Bilanz zwischen Wärmepumpen und Gasheizkesseln.
Steigende Energiepreise und der zunehmende Fokus auf Klimaschutz bringen immer mehr Hausbesitzer dazu, ihren Energieverbrauch zu hinterfragen. Dabei stellt sich immer häufiger die Frage: Welche Lösung ist die beste Wahl für dein Zuhause, Wärmepumpe oder Gasheizung?
In diesem Artikel vergleichen wir Wärmepumpen und Gasheizkessel hinsichtlich Installationskosten, Betriebskosten, Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit. Anhand dieser Vergleiche erhältst du eine fundierte Entscheidungsgrundlage, welche Heizlösung den größeren wirtschaftlichen Nutzen für dich und dein Zuhause bietet.
Zur besseren Veranschaulichung betrachten wir zwei Hauseigentümer – Sophie und Marc. Beide modernisierten im Jahr 2015 ihre Wohnimmobilien in Lyon, Frankreich, entschieden sich jedoch für unterschiedliche Heizsysteme.
Installationskosten für Wärmepumpe und Heizkessel
Einer der Hauptvorteile einer Gasheizung sind die Installationskosten: Die Anschaffungskosten für einen Gasheizkessel sind niedriger als bei einer Wärmepumpe.
Jedoch verursacht eine Wärmepumpe auf lange Sicht deutlich niedrigere Betriebskosten. Die Wärmepumpe bezieht den größten Teil ihrer Energie aus erneuerbaren Quellen und benötigt lediglich etwas elektrische Energie für ihren Betrieb.
Schauen wir uns das anhand unseres Beispiels an:
Sophie investierte in eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, während sich Marc für einen modernen Gasheizkessel entschied.
Auf dem Markt findet sich eine Vielzahl verschiedener Typen von Wärmepumpen. Daher können die Kosten für Anschaffung und Installation sehr unterschiedlich ausfallen und zwischen ca 9.200 € und 20.800 € liegen. Solltest du zusätzliche Modernisierungsmaßnahmen durchführen, etwa den Austauschen von vorhandenen Heizwärmetauscher oder die Verbesserung der Wärmedämmung, sind weitere Kosten zu berücksichtigen.
Die Kosten für das Installieren eines Gasheizkessels liegen im Allgemeinen zwischen 3.000 € und 6.000 € und sind damit deutlich geringer.
Jedoch stehen dir, je nach Standort, bei Wärmepumpen möglicherweise staatliche Förderprogramme zu. Genau das traf auf Sophie zu. Ihre Installationskosten für die Wärmepumpe waren zwar deutlich höher als die für den Gasheizkessel von Marc, konnten jedoch durch einen staatlichen Zuschuss kompensiert werden.
Was ist mit Instandhaltungskosten und Nutzungsdauer?
Die Nutzungsdauer des Heizsystems und die Instandhaltungskosten sind weitere Faktoren, die die Wirtschaftlichkeit beeinflussen.
Bei guter Pflege kann eine Wärmepumpe 15 bis 20 Jahre lang zuverlässig betrieben werden. Die Wartung umfasst routinemäßige Überprüfungen und Reinigungen. und kostet typischerweise etwa 230 - 450 € im Jahr.
Gasheizkessel müssen aufgrund der Verbrennungsvorgänge sorgfältig gepflegt und instand gehalten werden. Die Kosten dafür belaufen sich in etwa auf jährlich ca. 350 - 450 €. Die Nutzungsdauer von Heizkessel beträgt im Durchschnitt 10 bis 15 Jahre.
Energiepreise und Betriebskosten
Ein weiterer zentraler Unterschied im Vergleich zwischen Wärmepumpe und Gasheizung liegt in den Energiekosten und den daraus resultierenden Betriebskosten.
Die Energiebilanz einer Wärmepumpe besteht zu bis zu 75 % aus der von ihr kostenlos aus natürlichen Quellen extrahierten und als Wärme abgegebenen Energie und bis zu 25 % aus der zum Betrieb erforderlichen Elektroenergie.
Bei einem Gasheizkessel hingegen basiert die Energiebilanz vollständig auf dem Gasverbrauch. Aus diesem Grund stehen bei einem Vergleich der Betriebskosten die Stromtarife und die Gastarife für Privatverbraucher im Mittelpunkt.
Insbesondere in jüngster Vergangenheit sahen wir aufgrund geopolitischer Turbulenzen, Marktnachfrage und gestörter Lieferketten beachtliche Preisschwankungen bei Erdgas. Auch Jahreszeiten und Geografie spielen eine Rolle, in einem strengen Winter können die Gaspreise in die Höhe schießen.
Daher sind Prognosen zu Energiepreisen grundsätzlich schwierig.
Wie sich diese Unterschiede in der Praxis auswirken, zeigt ein Blick auf unser Beispiel:
Sophie betreibt seit 10 Jahren auch eine Photovoltaikanlage und konnte dadurch ihre Abhängigkeit von Strompreisen verringern. Auf diese Weise konnte Sophie beachtliche Energieeinsparungen erzielen. Bei Marc hingegen fluktuieren die Betriebskosten in Abhängigkeit von den Schwankungen bei den Gastarifen.
Energieeffizienz von Gasheizungen und Wärmepumpen
Neben den Energiepreisen spielt auch die Energieeffizienz eines Heizsystems eine entscheidende Rolle.
Eine Wärmepumpe kann aus der aufgenommenen Energiemenge bis zu 300 % nutzbare Wärmeenergie erzeugen. Das bedeutet: 1 kWh elektrische Energie kann in bis zu 3 kWh Wärmeenergie umgewandelt werden.
Diese 3 kWh reichen beispielsweise aus für:
drei bis vier Stunden Heizen eines kleinen Raums
zweimal 10 Minuten warm duschen
9.000 Scheiben Brot toasten
zwei Waschprogramme eines Geschirrspülers oder einer Waschmaschine
Selbst moderne Gasheizkessel erreichen typischerweise deutlich niedrigere Wirkungsgrade zwischen etwa 99 % und 109 %.
In bestimmten Fällen kann ein Gasheizkessel wirtschaftlicher sein als eine Wärmepumpe, z. B. in Regionen mit besonders kaltem Klima oder an besonders kalten Wintertagen.
Im Großen und Ganzen aber bleibt einer der entscheidenden Vorteile der Wärmepumpe ihre enorm hohe Energieeffizienz.
Die Flexibilität deines Heizsystems
Ein weiterer Aspekt in der Auswahl eines Heizsystems ist die Flexibilität.
Systeme mit fossilen Brennstoffen sind eine bewährte Lösung für Heizkörper und Warmwasser. Aber wusstest du, dass Wärmepumpen nicht nur heizen, sondern auch zum Kühlen von Räumen genutzt werden können?
Darüber hinaus lassen sich vielseitige Wärmepumpen an unterschiedlichste Wärmeabgabesysteme anschließen. So kann ein ganzheitliches Heiz- und Klimasystem für dein Zuhause realisiert werden.
Ein weiterer Vorteil der Wärmepumpe: Du kannst sie optimal mit erneuerbaren Energien kombinieren, beispielsweise mit einer Photovoltaikanlage oder einem Wärmespeicher. Dadurch lässt sich die Effizienz zusätzlich steigern und der Energieverbrauch weiter reduzieren.
Umweltbilanz im Vergleich
Eine der wesentlichen Faktoren für die steigende Akzeptanz von Wärmepumpen ist natürlich die Umweltfreundlichkeit dieser Systeme.
Da Wärmepumpen den größten Teil der Energie aus erneuerbaren Energiequellen gewinnen, weisen Wärmepumpen eine deutlich bessere CO₂-Bilanz auf. Bei Betrieb durch Solar- oder Windenergie kann diese Bilanz sogar noch weiter verbessert werden. Gleichzeitig nutzen Wärmepumpen Umweltenergien, beispielsweise die Umgebungsluft, wie bei einer Luft-Luft-Wärmepumpe.
Kessel hingegen funktionieren durch das Verbrennen von Gas und verursachen dadurch belastende CO₂-Emissionen. Beim Verbrennen von 1 Kubikmeter Gas werden schätzungsweise 2,1 kg CO₂ freigesetzt.
Wärmepumpen stellen somit eine nachhaltigere und effizientere Alternative zu Systemen mit fossilen Brennstoffen dar. Im Daikin Blog erfährst du, welche verschiedenen Arten von Wärmepumpen es gibt.
Kernaussagen – Wärmepumpe oder Gasheizung
Wir haben dir die wichtigsten Punkte zum Vergleich “Wärmepumpe oder Gasheizung” noch einmal zusammengefasst:
Wärmepumpen können über einen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren Betriebskosten in Höhe von 1.000 € bis 3.000 € einsparen.
Wärmepumpen haben zwar höhere Installationskosten, erreichen jedoch eine um 5 bis 10 Jahre längere Nutzungsdauer und verursachen deutlich weniger Instandhaltungskosten.
Gaspreise unterliegen beachtlichen Schwankungen, aber auch die Kosten für den Betrieb einer Wärmepumpe können sich aufgrund schwankender Strompreise und staatlicher Vorgaben ändern.
Wärmepumpen weisen eine deutlich bessere CO₂-Bilanz auf, insbesondere bei der Nutzung von Elektroenergie aus erneuerbaren Quellen.
- Staatliche Förderungen können die Installationskosten für die Wärmepumpe mildern und die Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe insgesamt steigern.
Alles in allem bietet dir eine Wärmepumpe durch ihre lange Nutzungsdauer, niedrige Instandhaltungskosten und hohe Energieeffizienz einen enormen wirtschaftlichen Nutzen.
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